Visagist/in – mit der Lizenz zum Schönmachen!

Was macht ein Visagist, eine Visagistin?
Sie zaubern mit Farben, Pinsel und Schwämmchen, pudern, tuschen und zeichnen – Künstler und Handwerker zugleich, Servicekräfte, die Stars und Sternchen nahe kommen und trotz dem ganzen Glanz und Glamour doch die Welt so zu sehen bekommen, wie sie ist. Nein, nicht die Welt. Die Menschen. Ungeschminkt. Egal, was anliegt: Ob für den neuesten Actionstreifen, bei Germany’s Next Topmodel by Heidi Klum oder ganz „einfach nur“ eine Hochzeit – Visagisten/Visagistinnen sind immer dabei. Es ist nicht zuletzt ihnen zu verdanken, wenn uns auf Fotos und aus dem Fernsehen strahlend schöne Gesichter entgegenlächeln.
Was im Volksmund als Visagist bezeichnet wird, ist ein sehr strapaziertes Bild und lässt sich aufschlüsseln in drei verschiedene Berufe: Der diplomierte Visagist/die diplomierte Visagistin kann angestellt sein oder einen eigenen Salon haben (oder bei Theater, Film und Fotoaufnahmen tätig sein), der Make-Up Artist/die Make-Up Artistin ist meist freiberuflich für Film und Fotografie tätig (kann aber durchaus eine Ausbildung zum Visagisten/zur Visagistin absolviert haben), und der Maskenbildner/die Maskenbildnerin sind angestellt oder freiberuflich für Theater oder Film tätig. Die Berufsbezeichnungen sind nicht geschützt, daher sind die Grenzen fließend.

Ausbildung
Die Ausbildung zum Visagisten/zur Visagistin ist keine eigenständige Ausbildung, sondern eine Spezialisierung für Kosmetiker/innen und Friseure/Friseurinnen mit der zu erwartenden Vorbildung. Der Schwerpunkt der Ausbildung zum Visagisten/zur Visagistin liegt auf dem künstlerischen Ausdruck des Schminkens, nicht auf der Akzentuierung durch Make-Up. Im Mittelpunkt der Grundausbildung steht die Kosmetikausbildung, verschiedene Schminktechniken, Grundkenntnisse der Hautanalyse und das Setzen von Akzenten.
Die Ausbildung wird an privaten Instituten angeboten, die auch eine Ausbildung im Kosmetikbereich anbieten. Es handelt sich um eine freiwillige Weiterbildungsmaßnahme, weswegen die Ausbildungszeit nicht vergütet wird. Allerdings findet die Ausbildung nicht in Vollzeit statt, der Unterricht kann am Abend oder am Wochenende stattfinden, so dass Auszubildende durchaus weiter beruflich tätig sein können. Wichtig ist, dass sich Interessierte im Voraus über zugelassene Prüfungen und sinnvolle Zertifikate informieren.

Zugangsvoraussetzungen
Voraussetzung für die Visagistenausbildung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem kosmetischen Beruf, also als Kosmetiker/in, als Farb- und Stilberater/in, aber auch Kosmetik im Friseurbereich kann in Frage kommen. Zu den Arbeitsbedingungen des Visagisten/der Visagistin gehört stehendes Arbeiten unter nicht immer optimalen Lichtverhältnissen, was das Arbeitsergebnis nicht beeinflussen darf – Präzision, Liebe zum Detail und Genauigkeit sind also gefragt, auch Geduld und Belastbarkeit. Die Arbeitszeiten sind unregelmässig, da es sich bei Visagistenjobs in den meisten Fällen um Auftragstätigkeiten handelt. Reisen, Nachtarbeit, Arbeit an Wochenenden und Feiertagen sollte selbstverständlich sein.

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